hier findet man MODE mitten in VLOTHO

100 Jahre

Wir starten in unser Jubiläumsjahr 2021/2022!

100 Jahre – das sind auch einhundert Jahre ständiger Veränderung: neue Marken, neue Sortimente, neue Verkaufsflächen.

Aktuell bieten wir Ihnen 20% Nachlass auf unsere aktuelle reguläre Frühjahrsmode für SIE und IHN. Ein attraktives Angebot für Marken wie CECIL, STREET ONE, OPUS, RABE, CASAMODA, OLYMP und viele andere.. .

Dürfen wir Ihnen einen kleinen Überblick über unsere lange Geschichte geben? Wir haben für Sie ein paar Fotos und Erläuterungen zusammengestellt.

Es war einmal…

…in einem kleinen Ort, eingebettet zwischen wunderschönen Hügeln, an einem großen Fluss. Dort lebten in einem alten Fachwerkhaus ein tapferes Schneiderlein, seiner Frau und ihre Kinder großer Zahl.

Schneidermeister Franz und Maria Finkhäuser

Was sich wie ein Märchen anhört, ist in Wirklichkeit die Vorgeschichte eines inzwischen einhundertjährigen Modehauses. Schneidermeister Franz Finkhäuser und seine Frau Maria kauften 1892 ein altes baufälliges Haus im Herzen Vlothos. Und so tapfer, wie wir es in Märchen oft lesen, mussten die beiden auch im richtigen Leben sein. Zum einen war der Kaufpreis von 12000 Mark trotz des Schneiderbetriebes mit bis zu 10 Mitarbeitenden kaum aufzubringen. Zum anderen drohte das Haus einzustürzen und die sieben Kinder (Marie, Klara, Eleonore, Lieschen, Anna, Fritz und Hugo) wollten ja auch versorgt sein.

1892 Finkhäusers Kinder – Luise (3. von links) und Hugo (rechts außen) werden das Textilhaus gründen

Das führte dann sogar so weit, dass Franz zwischenzeitlich nach Amerika reiste, um dort nach einem besseren Job zu suchen. Der Vlothoer Pfarrer schrieb ihm allerdings, dass er bei seiner Familie gebraucht würde. Und Briefe kamen scheinbar selbst im „Wilden Westen“ an – es war ja noch die Zeit, die wir aus den Cowboyfilmen kennen. Und so kehrte er nach wenigen Monaten wieder zurück zu seiner Familie.

Hermann Timcke Kurz & Weißwaren, Wollwaren, Damen- und Kinderputz!

Am 15. Juli 1895 konnten Franz und Maria den vorderen Teil des Hauses an A. Lewkonja aus Minden vermieten. Ein erstes Geschäft mit Kurz-, Weiß- und Wollwaren öffnete am heutigen Standort des Textilhaus Finkhäuser. Wundern Sie sich über den Namen „Timcke“ auf dem Bild? Angemietet hatte Herr Lewkonja das Ladenlokal für seine Schwester, deren Mann verstorben war. Selbst in der folgenden Anzeige wird immer noch von „Frau Wwe. Herm. Timcke“ geschrieben und ihr eigener Vorname nicht erwähnt. Es war „eine andere Zeit“…

Eröffnung am 2. März 1921

1921 Vlothoer Anzeiger

Am 2. März 1921 war es dann so weit: Hugo und seine Schwester Luise übernahmen die bestehenden Räume ihres Vorgängers und eröffneten ihren eigenen Laden – Geschwister Finkhäuser!

Schon ein Jahr später heiratete Hugo und führte das Geschäft zusammen mit seiner Frau Rosa weiter.

Rosa und Hugo Finkhäuser (Bild ca. um 1924)
immer noch vorhanden – das erste Kassenbuch 1922

Drei große Herausforderungen

Hugo und Rosa konnten es noch nicht ahnen. In den folgenden Jahrzehnten sollten Inflation, Hochwasser und Krieg die wirtschaftliche Entwicklung prägen. Eine nicht sehr einfache Zeit für den Start in die Selbstständigkeit!

Weltwirtschaftskrise und Inflation

Schon zwei Jahre nach Eröffnung konnten die beiden Milliarden- und sogar Billionenumsätze generieren. Man könnte meinen, dass sie alles richtig gemacht hatten. Doch leider war das Jahr 1923 ein Jahr einer unvorstellbaren Weltwirtschaftskrise. Im Umfeld einer Hyperinflation verlor das Geld in kürzester Zeit seinen Wert.

Buchungsjournal 1923: die Zahlen wurden immer größer und größer – Inflation!

Hochwasser

Kaum hatte man sich von diesem Ereignis erholt, kam nur acht Jahre später schon die nächste Herausforderung. Am 7. Mai 1931 trat der Forellenbach am Haus aus seinem damaligen Bachbett über die Ufer und vernichtete im Erdgeschoss des Ladens große Teile des Warenlagers und der Einrichtung.

1931 Hochwasser – Blick entlang der Weserstraße (jetzt Klosterstraße) – rechts Finkhäuser

Wenn man heute durch die alten Akten und Geschäftsbücher stöbert, so sind viele von ihnen immer noch voller Lehm und Wasserspuren.

1931 Hochwasser am Forellenbach – links im Bild damals Druckerei Meyer und heute unsere Damenoberbekleidung

Mit Walter steht damals auch schon die nächste Firmengeneration in den Startlöchern. Auch wenn er hier auf dem Bild zur Freude seiner Schwester Ursel noch gemütlich spielt und Dreirad fährt…

1930er …die nächste Generation fährt noch Dreirad!

Fünfundzwanzig Jahre später waren diese großen Herausforderungen endlich überstanden. Man kann da noch viel zu schreiben, doch manchmal sagt ein Bild mindestens genauso viel aus. Zum Beispiel ein Foto von der Silberhochzeit – Menschen und ihre Gesichter, die für sich selbst sprechen.

1947 Hugo und Rosa anlässlich ihrer Silberhochzeit – Inflation, Hochwasser und Krieg sind überstanden – und die ersten 25 gemeinsame Geschäftsjahre

Generationenwechsel

Wir schreiben das Jahr 1948, der zweite Weltkrieg war vorbei. Sohn Walter stieg in das Geschäft ein. Nun mussten nach dem Krieg neue Lieferanten gefunden werden, denn die Versorgungs- und Beschaffungslage war damals zunächst schwierig.

Ein Blick in den Laden 1954 – in der Mitte Tochter Ursel

Interessant sind noch heute alte Rechnungsordner, die zeigen, wie die Bekleidung in den 1950ern in unserer Region hergestellt wurde.

1948 – Ware aus Herford, Bielefeld, Gütersloh …und Krawatten natürlich aus Krefeld

Nach der Hochzeit 1960 arbeitete sich Walters Frau Ilse in die Handelsmaterie schnell ein und gestaltete die gemeinsame berufliche Zukunft prägend mit.

1970… die „Chefin“ an der Computerkasse

Mitarbeiterinnen

Nach all den Infos über die Familie kommen wir jetzt zu den wichtigsten Menschen des Ladens: den Mitarbeiterinnen. Viele engagierte Menschen machten und machen weiterhin den Erfolg des Unternehmens aus. Hier einfach mal ein paar Bilder aus den 1960er Jahren.

MItarbeiter 1960er
1960er Laden

Insgesamt wurden übrigens über 40 Auszubildende zur Verkäuferin bzw. Einzelhandelskauffrau ausgebildet. Walter Finkhäuser war über 20 Jahre Mitglied des Prüfungsausschusses der Industrie- und Handelskammer.

Aber noch einmal zurück zu den Mitarbeitern. Viele von den wirklich älteren unter den Lesern werden eine davon bestimmt noch kennen: Frau Hägerbäumer! Über viele Jahrzehnte arbeitete sie in der Handarbeitsabteilung und sorgte dort für Ordnung und Überblick.

um 1970: Frau Hägerbäumer vor dem Wollregal

Und immer wieder Umbauten und Erweiterungen

Wenn man nach Konstanten sucht, also Dingen oder Einstellungen, die sich über den gesamten Zeitraum hindurchziehen, dann gehört die ständige Veränderung, der ungebremste Wunsch nach Weiterentwicklung sicher dazu. In fast jedem Jahr gab es etwas Neues. Allein die Jahreszahlen der Erweiterungen ziehen sich wie eine Perlenkette durch die Ladengeschichte:

1957 erste Erweiterung (Treppenhausverlegung)

1957 – persönliche Bedienung hinter Tresen – die Ware fein gestapelt in Schränken und Schubläden

1972 Übernahme der Verkaufsfläche des benachbarten Elektrogeschäftes Gawehn

1970 – der Umbau ist geglückt und die alte Ladeneinrichtung sparsam wieder aufgestellt

1978 Erweiterung im hinteren Ladenteil (heutige Wäscheabteilung)

1978 Eiche rustikal und brauner Teppichboden

1988 neue Schaufensterfront, Fassade, Ladeneinrichtung

1988 – ganz schick!

1997 Vergrößerung durch Übernahme und Teilneubau des Nachbarhauses (vorher Friseur Thüne)

1997 Platz für eine weitere Erweiterung

Generationenwechsel

Ilse und Walter sind bereits ein eingespieltes Geschäftspaar, als einer ihrer Söhne in die Firma eintritt.

1980 Ilse und Walter Finkhäuser

1986 hatte Jürgen Finkhäuser seine Lehre bei Leffers in Bielefeld beendet und gestaltet als dritte Generation das Textilhaus weiter. Sein Vater Walter Finkhäuser half noch bis zu seinem Tod 2004 mit.

1993 neue Finanzbuchhaltung und Warenwirtschaft wird eingeführt

Die Zeit der großen Modenschauen

Ein besonderes Kapitel sind die zahlreichen Modenschauen in den 1990er Jahren. Es gab natürlich schon vorher Marketingaktivitäten. Zum Beispiel immer mal wieder Gewinnspiele. Hier eine Verlosung in Kooperation mit der Firma HUDSON 1976:

1976 – eine Glücksfee zieht die Gewinner*innen

Doch gerade rund um die 1990er Jahre wurde in Vlotho eben auch so manche besondere Show geboten. Eine Ära von Modensschauen brach an. Mal mit Partnerunternehmen und auch manchmal in eigener Regie. Die Vorstellungen in der ehemaligen Tennishalle am heutigen WEZ in Uffeln und die Aula des Schulzentrums Jägerort waren stets ausverkauft. Später ging es dann im Autohaus Schnieder und in eigenen Räumen erfolgreich weiter.

Wandel zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Auch in den letzten zwei Jahrzehnten war Stillstand nie eine Option. Neben zahlreichen Renovierungen – das passierte ja irgendwie ständig – wurde das Unternehmen strukturell zukunftsfähig umgebaut.

Als wichtigste Entwicklung kann man die Einführung von Markenflächen sehen. Inzwischen sind zum Beispiel OPUS, CECIL, STREET ONE und CASAMODA ein fester Bestandteil unseres Sortiments. Eine enge Kooperation und Partnerschaft mit diesen Marken garantieren stets frische und trendige Mode.

Allerdings war dieses nur durch stärkere Konzentration möglich. Kinderwäsche, Tischwäsche und ein großer Teil der traditionellen Handarbeitsabteilung mussten weichen.

Zukunftsfähig heißt aber auch, durch täglichen Datenaustausch den Warenfluss mit den Lieferanten zu optimieren. Das Zauberwort hierfür heißt „EDI“- Electronic-Data-Interchange. Für uns schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit, doch im Textileinzelhandel noch immer nicht überall umgesetzt. Aber so verbessert sich unser Angebot für Sie und lässt uns mehr Zeit für individuelle Beratung.

Einhundert Jahre scheinen eine lange Zeitspanne. Doch mindestens zwei Dinge haben sich nicht geändert. Zunächst die Wiederkehr unplanbarer, epochaler, existenzieller Ereignisse. Wirtschaftliche Herausforderungen, die immer mal wieder plötzlich auftreten und von niemandem erwartet wurden. Das scheint auch im 100. Jubiläumsjahr wieder so zu sein.

Und das Zweite findet man schon im Vorwort eines Firmenportraits zum 75. Jubiläum – heute genauso aktuell wie vor 25 Jahren:

„Wir wollen auch für die Zukunft dem Anspruch gerecht werden, dass „man gern zu Finkhäuser geht“, sich bei den zahlreichen Artikeln kompetent beraten fühlt und den selbstverständlichen Service gern in Anspruch nimmt.“